Berglager 2d

Ein Lager mit Aussicht auf die Milchstrasse

Direkt in der ersten Woche nach den Sommerferien gingen ich und meine Klasse 2d in eine SAC Hütte im Berner Oberland ins Berglager. Wenn ich ehrlich sein darf, bin ich vom Lager sehr positiv überrascht worden. Vor dem Lager hatte ich mir gedacht, dass diese Woche nicht so toll wird, weil mir Berge nicht so gefallen, doch mir hat es dort sehr gefallen - allein der Ausblick war einfach nur traumhaft.

Das Lager begann am Montag um 07.30 Uhr im Klassenzimmer. Wir verglichen unsere Wanderschuhe und Rucksäcke und freuten uns irgendwie auf das Lager, hatten aber auch unsere Bedenken. Unser Gepäck hatten wir in den Sommerferien schon Frau Bukies gezeigt, damit wir nicht zu viel mitnehmen. Nach ein paar organisatorischen Dingen, hat uns Herr Kaufmann noch die Schuhe mit Imprägnierspray eingesprayt und dann sind wir zum Bahnhof Emmenbrücke gelaufen und haben den Zug genommen. In Luzern sind wir in den Zug nach Meiringen umgestiegen. Von dort aus sind wir dann mit dem Postauto dreissig Minuten lang die Grimselpass-Strasse hochgefahren bis zur ersten Staumauer. Im Postauto sind wir auch auf unseren Bergführer Tobias gestossen und haben uns mit ihm bekannt gemacht. Als die dreissigminütige Fahrt zu Ende war, sind wir zuerst über die Staumauer des Rätterichbodensee gelaufen und haben dort zu Mittag gegessen. Es hat gewindet und es war kalt, aber es hat zum Glück nicht geregnet. Danach haben wir uns in die Höhe gewagt. Nach drei langen Stunden zu Fuss mit unserem Gepäck auf dem Rücken sind wir in der Bächlitalhütte angekommen, wo uns Erna, die Hüttenwartin, herzlich empfangen hat. Das Haus ist sehr abgelegen und liegt auf fast 2300m. Von aussen sieht es sehr klein aus, doch innen hat es viel Platz. Zuerst haben wir uns in unseren Massenschlägen eingerichtet. Dort waren alle Betten ganz nah beieinander und die Matratzen ganz dünn. Nach dem Abendessen haben wir einen Spaziergang gemacht, um die Gegend etwas kennen zu lernen. Das haben wir fast jeden Abend so gemacht und von Tag zu Tag konnten wir besser mit dem uns unbekannten Gelände umgehen und sicherer auf dem Geröll und den Steinen laufen.



Unser Hütten-Alltag war so aufgebaut, dass wir jeweils am Morgen und am Nachmittag einen Workshop bei entweder Frau Bukies, Herr Kaufmann, der Hüttenwartin Erna oder dem Berführer Tobias und Frau Birchler hatten und am Abend noch einen Spaziergang gemacht haben. Wir hatten verschiedene Aktivitäten z.B. Klettern, Kochen und Putzen, Filme schauen und Texte lesen, Arbeitsblätter bearbeiten, skizzieren, beobachten und vieles mehr.

Ein absolutes Highlight war für mich der Mittwoch mit dem Aufsteigen auf den Gletscher. Nie hätte ich gedacht, dass ich mich traue, mit Steigeisen in einer Seilschaft (das ist, wenn mehrere Leute an einer Schnur befestigt sind und sich so sichern, falls einer umfällt und irgendwo runterrutschen könnte) ein Eisfeld zu besteigen und metertiefe Löcher runter zu schauen. Es war sehr eindrücklich. Ebenso toll war, als wir am späten Abend noch einmal raus gingen, als es schon dunkel war, und die Milchstrasse, eine Sternschnuppe und einen Satelliten am Himmel gesehen haben.

Am Freitag sind wir dann alle um 07:15 wieder ins Tal runter gelaufen und waren erschöpft und müde, aber auch glücklich so ein spannendes und aussergewöhnliches Lager erlebt zu haben. Bevor wir nach Hause konnten, sind wir noch in die Staumauer rein gegangen und haben vieles über Wasser und Elektrizität gelernt, wie das funktioniert und wie man mit Wasser Strom produzieren kann. Ganz am Schluss haben wir uns sehr wertvolle Kristalle angeschaut, die unter der Erde in einer Art Höhle entdeckt wurden, als man eine unterirdische Strasse zum Staudamm gebaut hat, als er noch nicht fertig war.

Mir hat gefallen, dass unsere Klasse in dieser Woche immer zusammengehalten und gekämpft hat und wir nie aufgegeben haben. Wir hatten eine sehr tolle Zeit zusammen und haben sie genossen. Wir hatten kein sauberes Trinkwasser, nur abgekochtes, und mussten immer Tee trinken, das war ein Nachteil in dieser SAC Hütte, aber wir haben es überlebt. Wir waren sehr hoch in den Bergen und haben andere Aktivitäten gemacht als andere Klassen im Lager, das ist schon ein bisschen speziell. Schlussendlich war es eine spannende und abenteuerreiche Woche und ich glaube, dass es allen gefallen hat. Das Lager wird uns immer in guter Erinnerung bleiben und wir sind am letztem Tag mit viel Power und einem tollen Teamgeist wieder zurück nach Emmenbrücke gekommen. Am Schluss der Woche war ich aber auch froh, dass ich wieder meine Familie sehen konnte.

Dieser Text ist entstanden mit Textbausteinen von Agnesa Shabanaj, Aarón Betto, Joachim Tschopp, Ledian Veseli, Lorena Galijas, Mayutigaa Jeyaseelan, Almir Matoshi und Colin Moriello aus der Klasse 2d und wurde nur ganz wenig überarbeitet von Frau Bukies.

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