Schulzentrum Gersag 2
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Ich komme gerne wieder

PH Luzern

Die Schulen in Emmenbrücke sind nicht nur Bildungsstätten für Kinder und Jugendliche. Sie sind auch Testfelder, Labors und Bewährungsproben für den Lehrerinnen-und Lehrernachwuchs. Die jungen (und manchmal älteren) Praktikanten der Pädagogischen Hochschule Luzern sind für die Schülerinnen und Schüler eine willkommene Abwechslung.

Sergio Keller ist Lehrer an der Sekundarschule Gersag 2. Aber nur für vier Wochen. Der 24-jährige PH-Student (PH für Pädagogische Hochschule) aus Einsiedeln
testete bis Anfang Jahr in Emmenbrücke sein Können. Er stand hauptsächlich vor der Klasse 2d von Lehrer Raphael Donzé. Nach Aussagen von Donzé hat der Praktikant
erstklassige Arbeit geleistet. Mit 3,5 Studienjahren an der PH ist Sergio auch kein Neuling mehr. Die Hälfte seines Studiums hat er bereits hinter sich gelassen.
Emmenbrücke ist nicht die erste Station für ihn. Vorher hat er am Schulhaus Gasshof in Littau, in Baar, im «Kirchbühl» in Kriens und in Sursee unterrichtet. Sergio Keller, schweizerisch-portugiesischer Doppelbürger, erzählt, wie es am «Gersag 2» lief, was er an Emmenbrücke reizvoll findet, was gut und was weniger gut gelaufen ist.

Vor dem Praktikum im Januar sind Sie im Herbst und Winter mal kurz bei uns vorbeigekommen, um einen Eindruck zu gewinnen und sich mit dem Klassenlehrer Raphael Donzé abzusprechen. Aber wie war dann die erste Woche Praktikum für Sie?

Sergio Keller: Brutal streng (lacht). In der ersten Woche lernt man die Klasse erst richtig kennen. Ich habe gemerkt, dass ich viel falsch geplant hatte. Ich wurde vom Klassenlehrer gut vorbereitet, aber trotzdem hatte ich zum Teil noch realitätsfremde Erwartungen. Man schätzt das Niveau zu hoch oder zu tief ein und man kennt die Persönlichkeiten und Arbeitshaltung in der Klasse nicht. Aber das ist ein normaler Prozess und es geht fast allen Praktikanten so. In der ersten Woche bekommt man einen konkreten Eindruck, wer die Schülerinnen und Schüler sind und was sie erwarten,
und dann passt man seine Planung der Realität an.

Keine einfache Zeit, wenn man in einer komplett neuen Umgebung ist.

Keller: Genau. Es sind ja nicht nur die Schülerinnen und Schüler. Alles ist neu. Man kennt niemanden und muss sich erst zurechtfinden. Da gehören so simple Sachen dazu, wie zu wissen, wo der Kopierer ist.

Aber dann kommt man irgendwie an. Wie läuft es weiter?

Keller: Nach der zweiten Woche ist man wirklich drin. Der Unterricht läuft jetzt, wie man sich das vorstellt. In der dritten Woche kennt man die Schülerinnen und Schüler und ihr Erwartungen an die Lehrperson, die vor ihnen steht.

Das heisst, wenn es richtig läuft, ist das Praktikum fast schon vorbei?

Keller: Ja. Leider. In der vierten Woche ist Prüfungsphase und Abschied. Eine meiner Prüfungen war etwas leicht. Sehr zur Freude der Schülerinnen und Schüler (schmunzelt).

Sie haben schon verschiedene Klassen und Schulen kennengelernt. Was war reizvoll an diesem Praktikum am «Gersag 2»?

Keller: Ich konnte zum zweiten Mal ein Niveau B unterrichten. Das war spannend. Zudem hat die Klasse, wie das ganze Schulhaus, eine sehr spannende Durchmischung von Nationalitäten. Mein Vater ist Schweizer
und meine Mutter Portugiesin. Deshalb konnte ich bei einem Schüler auch meine Portugiesischkenntnisse einsetzen, um zu testen, wie gut er den Stoff ohne Sprachbarriere versteht. Das war ein Schlüsselerlebnis, das mich weitergebracht hat.

Wie ist die Zusammenarbeit mit dem Klassenlehrer?

Keller: Mit Raphael Donzé habe ich mich sehr gut verstanden. Ich konnte viel von ihm profitieren. Wir haben nach den Lektionen miteinander diskutiert und Eindrücke ausgetauscht. Auch konnte ich mit ihm viel machen, was eigentlich erst für das nächste Praktikum Thema wäre. Insgesamt habe ich das Lehrerteam als sehr offen erlebt. Zum Beispiel durfte ich im Bereich Heilpädagogik auch an einem Elterngespräch teilnehmen.

In etwa zwei Jahren machen Sie Ihren Abschluss. Sehen wir Sie vielleicht wieder in Emmenbrücke?

Keller: Ich komme sehr gerne wieder.

Aber welchen Eindruck hat Sergio Keller bei den Schülerinnen und Schülern hinterlassen? Aline und Maira geben Auskunft. Wie war Herr Keller als Lehrer?

Aline: Sehr nett und hilfsbereit. Und auch nicht langweilig. Man hat gemerkt, dass er sich Mühe gibt und gut vorbereitet ist. Am Anfang war er etwas aufgeregt, das haben wir gemerkt.

Maira: Er ist sehr sympathisch und wir haben mit ihm viele spannende Sachen gemacht. Zum Beispiel in der Lebenskunde ein Experiment, bei dem wir Personen auf Fotos eingeschätzt haben. Dann sind die einige Tage später alle in den Unterricht gekommen. Das war mega überraschend.

Er war ja nicht euer erster Praktikant. Wie war Herr Keller im Vergleich zu anderen?

Maira: Gut. Es braucht ja alles Übung. Man hat gemerkt, dass er bereits Erfahrung hat.
Aline: Ich fand ihn besser als andere, da er die gleichen Regeln im Unterricht gemacht hat wie Herr Donzé. Das hat geholfen.
Maira: Aber nicht alles war gleich. Das war gut. Wir hatten viel Spass.




Text: Lukas Scharpf
Foto: Manuel Suarez