Schulzentrum Gersag 2
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Lager 3d 19

Lagerbericht der Klasse 3d:

Ein Arbeitseinsatz in La Punt Chamues-ch

Schulverlegungswochen sollten Eltern nicht mehr als 16 Franken pro Tag und Kind kosten, hat das Bundesgericht beschlossen, seitdem das Elternpaar aus Thurgau vors Gericht gegangen ist. Es ist deutlich weniger, als das, was Eltern davor gezahlt haben und macht es schwierig, überhaupt eine Schulverlegung durchführen zu können. Unserer Klasse war es enorm wichtig, als „Abschluss“ im letzten Schuljahr, nochmals zusammen ins Lager zu gehen. Diese Idee zu verwirklichen wurde aber fast unmöglich, da unsere Eltern dazu nicht mehr allzu viel beitragen konnten.

Wir haben uns Anfang Schuljahr über mehrere Wochen Gedanken gemacht, wie wir das nötige Geld zusammenbekommen. Das Thema Lager war für eine sehr lange Zeit ein grosses Thema und wir haben mehrere Ideen ins Spiel gebracht: Falls wir eben kein Lager durchführen könnten, hätten wir gerne eine Schulreise gemacht, die über mehrere Tage hinweggeht. Eine Idee war es, zusammen mit dem Velo nach Rust zu fahren und mehrere Tage unterwegs zu sein. Unser Ziel wäre es dann am Schluss, im Europapark anzukommen. Diese Idee wurde aber schnell gestrichen, weil viele keine Lust darauf hatten, mehrere Tage unterwegs zu sein und in Zelten zu übernachten. Bei dem beliessen wir es dann auch, machten uns aber weiterhin Gedanken. Als wir von Frau Bukies plötzlich mitgeteilt bekommen haben, dass sie etwas gefunden hatte, wo wir ein Lager durchführen konnten, waren wir zum Teil sehr überrascht. Denn seit der letzten Besprechung, hatten wir das Thema nicht mehr wirklich angesprochen. Dass wir während der Schulverlegung arbeiten würden, damit wir uns das Lager so mitfinanzieren konnten, nahmen wir in Kauf. Frau Bukies erledigte alles weitere Organisatorische, so dass wir Zuhause nur noch den Elternbrief abgeben mussten.

Am 20. Mai 2019 ging es dann auch schon los, wettermässig sehr unschön mit Dauerregen, der uns am ersten Tag noch lange begleitete, und einer Wettervorhersage, die nicht gerade rosig waren. Alle, ausgerüstet mit ihrem Gepäck, liefen vom Schulhaus Gersag 2 Richtung Bahnhof, wo wir den Zug nach Luzern nahmen. Ich langweile euch jetzt nicht mit den Zugfahrten, aber die Klasse musste mehrmals umsteigen und es gab hier und dort mal Probleme mit den Sitzplätzen. Nach etwa vier Stunden Zugfahrt kamen wir im 700 Seelen-Dorf La Punt Chamues-ch, ein kleines Dorf in Graubünden, an.

Dort erwartete die Klasse ein tolles Lagerhaus. Das Haus besass einen grossen Aufenthaltsraum. Am Anfang hatte die ganze Klasse en bisschen Angst wegen den Schlafplätzen, da die Klasse in einem Bunker übernachten durfte. Doch als wir die Zimmer beziehen konnten, merkten wir schnell, dass die Zimmer sehr gross sind und gar nicht so schlimm, wie wir anfangs dachten.

Nun nach einer kurzen Pause musste wir auch schon wieder los, doch nicht nach Hause sondern in den Wald oberhalb vom Lagerhaus. Auf dem Parkplatz, wo die Klasse jeweils abgeholt wurde, trafen wir den Förster Ralf Fluor und den Lehrling Niklas. Er war die ganze Woche der Klasse zugeteilt und hat uns die Aufgaben und Arbeiten erklärt.

Was mussten wir denn überhaupt machen? Im Oktober 2018 gab es einen gigantischen Sturm der über die Schweiz wanderte. Dieser Sturm entwurzelte viele Bäume und hinterliess viele Schäden in Wäldern. Wir mussten zum Teil ganze Bäume wegtragen, aber auch kleinere Äste und anderes. Dabei haben wir unsere ganz eigene Technik geschaffen, und zwar haben wir immer eine Kette gemacht und haben die Äste weitergegeben. Wenn sie beim Letzten angekommen sind, wurden sie auf einen Haufen geworfen. Diese verschiedenen Haufen verfaulen nun dort. Es ist aber wichtig, dass alle Äste auf einem Haufen liegen, da es sonst zu viel Platz des Feldes vom Bauern einnimmt.

Wir dachten, dass das Aufräumen langweilig und nervig ist, doch wir haben gemerkt, dass es eigentlich noch ziemlich Spass machen kann. Auch wenn wir den Spass immer selber machen mussten, also uns zum Beispiel gegenseitig mit Singen unterhalten haben, hatten wir sehr Freude daran. Klar, waren die langen Arbeitszeiten mit der Zeit nervig, aber irgendwie haben wir es zum Glück doch geschafft. Und das Wetter hat schlussendlich super mitgespielt: Anfang der Woche war es noch etwas bewölkt und nass, gegen Ende hatten wir aber schönstes Bergwetter.

Als wir jeweils um 16.30 fertig waren, fuhren wir zurück zum Haus in dem wir “gewohnt“ haben. Es war so, dass jeder Tag eine Gruppe für das Morgenessen und Abendessen zuständig war und dementsprechend durfte die Kochgruppe immer als erstes duschen gehen. Bis zum Abendessen hatten die anderen Freizeit. Uns war fast gar nicht langweilig, wir hatten meist immer etwas zu tun und hatten dabei auch riesen Spass. Ich persönlich dachte, dass die meisten ihr Handy vermissen würden, jedoch hat es niemand vermisst oder wirklich gebraucht. Gegen Abend haben die meisten ab und zu telefoniert, aber das hat auch niemanden gestört. Wir hatten Gemeinschaftsspiele wie UNO, eine Turnhalle und hinter dem Haus einen Kunstrasen, wo wir ab und zu Fussball gespielt haben. Dies haben wir fast jeden Abend so gemacht.

Am Donnerstag, dem 23.05.2019 haben wir uns von der Arbeit „gedrückt“ und einen freien Tag mit einem Ausflug eingelegt: Dabei haben wir etwas sehr Tolles gemacht. Wir sind mit dem Zug nach Preda am Albulapass gefahren, wo uns Trottinetts erwarteten. Damit durften wir ein Stück des Albulapass runterfahren! Bei der ersten Runde mussten wir immer wieder anhalten und warten, das war ein wenig nervig, da wir eigentlich direkt nach unten fahren wollten. In der zweiten Runde konnten wir bis zum Znüni Platz fahren ohne Pause und danach direkt bis ganz nach unten fahren. Da wir in der zweiten Runde zwei kleine Unfälle hatten, beschloss unsere Lehrerin, dass es keine dritte Runde geben würde, da wir nicht alle genug vorsichtig gewesen waren und einfach zu riskant fuhren. Wir waren alle ein wenig traurig, doch dafür gingen wir ein Eis essen in einem alten Hotel. Dort angekommen waren alle ziemlich ruhig und haben ihr Eis gegessen, als uns plötzlich ein älteres Gästepaar überraschte und uns einfach so hundert Franken als Kompliment gab, weil wir halt so ruhig da sassen, was von Klassen ja meist nicht so üblich ist.

Am Freitagmorgen haben wir uns in zwei Gruppen eingeteilt, die eine hat das Lagerhaus geputzt und die andere Gruppe ging noch einmal in den Wald. Wir haben so gute Arbeit geleistet, dass uns der Förster sogar ein wenig mehr Geld gab als abgemacht.

Beim Nachhauseweg haben fast alle im Zug geschlafen, da sie ziemlich müde waren doch gegen Schluss waren wir wieder hell wach. Als wir in Luzern ankamen und all diese Menschen sahen, war das erste, was wir vermissten, die Ruhe in La Punt, da es da einfach sehr friedlich und ruhig war und es fast keine Menschen gab.

Um ehrlich zu sein vermisse ich die Zeit im Lager schon sehr. Es war ein tolles Lager und ich glaube die ganze Klasse würde noch mal nach La Punt-Chamues-ch gehen. Am Anfang dachten wir nicht, dass es toll wird, doch wir haben uns alle darin geirrt und es war eine super Woche. Natürlich musste die Klasse nicht nur arbeiten. Sie hatten viele tolle Momente zusammen und konnten die Zeit gemeinsam geniessen. Ich finde solche Lager sind immer gut für die Klasse, da man dort auch noch mehr zusammen kommt und so den Klassengeist stärkt. Dies war nun unser letztes Lager mit dieser Klasse und ich hoffe, dass dies auch später noch so weitergehen kann.

Der Bericht stammt aus der Feder verschiedener Schüler der Klasse 3d und wurde von Sara Bukies überarbeitet.

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