Neueste Technik 17


Neueste Technik an den Emmer Schulen

Als es um die Sanierung der Sekundarstufenzentren und den Neubau des Primarschulhauses Gersag ging, entschied der Einwohnerrat, diese mit der neuesten Technik auszurüsten. Man entschied sich – nicht ganz unumstritten – für elektronische Wandtafeln (IWB).
Bei zukünftigen Sanierungen sollen auch die Primarschulen in den Genuss dieser Innovation kommen.



Grosse neue Möglichkeiten

Das Interaktive Whiteboard (IWB) ist eine digitale Wandtafel, welche mit einem Computer verbunden ist. Mit Hilfe eines Beamers wird der Bildschirminhalt auf die grosse weisse Fläche des Whiteboards projiziert. Ein kabelloser Stift lässt das Board wie eine herkömmliche Tafel benutzen, handschriftliche Ergänzungen sind möglich.

Und dessen Möglichkeiten sind noch viel grösser:
Weil ein Direktzugriff auf den Computer möglich ist, dient das Whiteboard auch als Bildschirm für Filme und Projektionen direkt ab Internet. Der Aufbau eines Multimediaservers erlaubt zudem den Austausch von vorbereitetem Lehr- und Lernstoff. Gespeicherte Lehrmittel und Arbeitsblätter – und das sind bereits Hunderte – können direkt abgerufen und projiziert werden.

Das umständliche Aufstellen einer Leinwand und eines Projektors entfällt. In Sekundenschnelle stehen Aufgabenblätter, Lernvideos oder Veranschaulichungen zur Verfügung.
Weil alle Wandtafel- Darstellungen abgespeichert werden können, sind sie jederzeit wieder abrufbar. So gibt es auch das von wenigen geliebte „Ämtli“ des Wandtafelputzens nicht mehr.



Learning by doing

Die Bedienung des neuen Mediums erforderte selbstredend eine Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen. Die vielfältigen Möglichkeiten – wie der Einsatz von digitalen Geometriegeräten (Zirkel, Massstab …) oder der Einsatz von vorgefertigten Formen mussten erlernt werden. Auch die Erstellung von interaktiven Flipcharts erfordert einiges an Knowhow.
Die Lehrpersonen wurden denn auch vom Lieferanten der Wandtafeln (Firma Mobilwerke, Berneck) in einem tägigen Workshop eingeführt. Die Weiterbildung vor Ort übernehmen interne IT-Verantwortliche.

Auch die Schülerinnen und Schüler benützen die neuartige Wandtafel gerne. Nicht umsonst nennt man sie „interaktiv“. Doch für sie ist die Handhabung wohl einfacher, gehören doch für die meisten Grafiktabletts heute zum Alltag.

Skepsis wich Begeisterung

Obwohl nicht alle Lehrpersonen die fortschreitende Digitalisierung im Klassenzimmer
uneingeschränkt befürworten, gäbe die elektronische Wandtafel wohl keine mehr her! Weil an den beiden Seitenwänden noch herkömmliche Schiefertafeln montiert sind, passt wohl der Vergleich mit dem Fünfer und dem Weggli.
Zudem stehen auch viele neue Lehrmittel nach Massgabe des Lehrplans 21 „nur“ noch digital zur Verfügung. Insofern ist die Gemeinde Emmen mit der Installation der interaktiven Wandtafeln auch hier genau auf dem richtigen Weg.
Es ist deshalb bedauerlich, dass durch das verordnete Sparprogramm ein Investitionsstopp verfügt wurde. In den meisten Primarschulen sind die neuen Wandtafeln deshalb zwar vorgesehen, aber noch nicht installiert worden.
Vielleicht hilft der „Tag der Volksschule“ vom 15. März 2018 (= Schulbesuchstag) bei der Überzeugungsarbeit. Dann kann sich nämlich jedermann vom Mehrwert dieser innovativen Technik überzeugen.

Kurt Wiprächtiger





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