Projekt PPC 17 Ich will helfen..

„Ich will helfen, ich kann helfen!“

PPC (Positive Peer Culture) nennt sich ein Ansatz, Probleme unter Gleichaltrigen zu lösen. ‚Miteinander statt gegeneinander‘ heisst also die Devise, die zum Ziel hat, dass sich die Schülerinnen und Schüler bei Problemen selber helfen.

Die Lehrerschaft Gersag 2 hat sich im Rahmen der internen Fortbildung dazu entschieden, diesen neuen pädagogischen Ansatz vertieft kennen zu lernen und dann in der eigenen Klasse projektartig auch umzusetzen. Das von der Dienststelle Volksschulbildung (DVS) initiierte Projekt wird von zwei deutschen Professoren begleitet, die an der pädagogischen Hochschule lehren, Andreas Schrenk und Christoph Steinebach.

Unter dem Motto: „Starke Jugendliche machen Schule“ läuft in der Schuleinheit Gersag 2 ein Projekt, welches bei der Problemlösung nicht die Lehrperson mit ihrer strukturellen Macht und/oder dem Drohfinger, sondern die Gleichaltrigen (= Peers) ins Zentrum stellt.

Voraussetzung für einen Erfolg des PPC ist Vertrauen. Zentral ist deshalb, dass sich die Jugendlichen im Kreis ihrer Klasse zu öffnen getrauen, dass eine positive Stimmung geschaffen werden kann und dass Verschwiegenheit herrscht.

Der Ansatz, dass Jugendliche ihre Probleme selber am besten kennen und viele dieselben Sorgen teilen, soll genützt werden, sich gegenseitig zu helfen. Dabei profitiert nicht nur die problemstellende, sondern auch die helfende Person. Sie übernimmt nämlich Verantwortung und stärkt damit auch die eigene Persönlichkeit.

Die Problemlösung erfolgt nach einer genau vorgegebenen (und von der Lehrperson überwachten) Vorgehensweise. In 8 Schritten wird ein Problem benannt, auserkoren, analysiert, diskutiert und angegangen.

Schlüsselkompetenzen

Schlüsselkompetenzen für eine erfolgreiche Umsetzung der Methode sind, dass die Schülerinnen und Schüler sich äussern (Befindlichkeit), aber auch zuhören können, eine kritische aber wohlwollende Grundhaltung zeigen. Es braucht also viel Einfühlungsvermögen und das muss in den meisten Klassen zuerst geübt und erlernt werden.

Grenzen

Grenzen hat das Projekt „Starke Jugendliche helfen…“ da, wo familiäre Strukturen betroffen sind. Sie gehören nicht in diesen Peer-Rahmen. Diese Probleme sind aber leider heutzutage oft die drängendsten. Wenn privat zu Hause kein Klima der Wertschätzung herrscht, oder das familiäre Umfeld „beschädigt“ ist, dann lassen sich die Probleme auch nicht in und durch die Klassengemeinschaft lösen. Wenn allerdings Probleme mit der Pubertät, im kollegialen Umfeld oder in der Schule betroffen sind, so kann das Projekt PPC eine wirkungsvolle Methode für ein positiveres Miteinander darstellen.

Bericht: Kurt Wiprächtiger

Stimmen

„Eine Bedingung für den Erfolg von PPC ist die Grundhaltung, welche respektvoll und wertschätzend sein soll. Das bedeutet aber nicht, dass nicht Klartext gesprochen werden soll.“
Prof. Dr. Andreas Schenk
„Bei PPC steht nicht nur die Problemlösung im Vordergrund. Auch die Erfahrung des Helfenkönnens ist wichtig für die Entwicklung der Jugendlichen.“
Prof. Dr. Christoph Steinebach




„Meine Klasse hat sich in letzter Zeit bezüglich ihres Verhaltens merklich gebessert. Ob das positivere Miteinander eine Folge des PPC oder der gesteigerten Reife ist, kann ich nicht sagen.“
Jessica Rast, Klassenlehrerin G2-2l
„Ich habe PPC nicht immer gut erlebt. Schade finde ich, dass einige (Jungs) mit ihrem Lachen die Stimmung kaputt gemacht haben. Das ist zum Glück mit der Zeit etwas besser geworden.“
Rinesa Seidju, Kl. G2-1l
„Es ist nicht leicht, ein Problem zu erzählen. Viele – auch ich – haben wohl Angst, dass man beleidigt oder ausgelacht werden könnte.“
Gabriel Zivkovic, Kl. G2-1l

Ein Teil der Lehrerschaft bei der Supervision mit den Prokjektleitern Schrenk und Steinebach

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